
Gibt es Physiotherapie auch für Hunde?
Tierphysiotherapie wird immer beliebter. Auch Hunde können physiotherapeutisch behandelt werden und so ein langes, gesundes und glückliches Hundeleben führen.
Inhaltsverzeichnis
💡 Alles Wichtige zur Physiotherapie für Hunde
- Hundephysiotherapie: Wie beim Menschen kann Physiotherapie bzw. Krankengymnastik für Hunde helfen, Verspannungen zu lösen, die Durchblutung zu fördern, Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit zu verbessern.
- Kosten: Wie viel die Physiotherapie für Ihren Hund letzten Endes kostet, kommt ganz auf die Dauer der Behandlung und die gesundheitlichen Probleme Ihres Hundes an. Hundephysiotherapeutinnen und Hundephysiotherapeuten berechnen in der Regel für eine Behandlung von 30-60 Minuten zwischen 30-60 €.
- Methoden: Die Therapie wird in aktive und passive Behandlungen unterteilt. Bei der aktiven Physiotherapie arbeitet der Hund selbst mit, z. B. auf einem Laufband. Die passive Behandlungsform wird von der Hundephysiotherapeutin bzw. dem Hundephysiotherapeuten am Tier durchgeführt, ohne dass der Hund selbst aktiv werden muss.
- Übungen: Neben den Sitzungen bei der Therapeutin oder dem Therapeuten gibt es Übungen, die Sie zu Hause durchführen können. Lassen Sie sich diese individuell von Ihrer Hundephysiotherapeutin bzw. Ihrem Hundephysiotherapeuten zeigen.
Was ist Physiotherapie und wie kann sie Hunden helfen?

Physiotherapie, auch bekannt als Krankengymnastik, ist eine bewährte konservative Behandlungsmethode, die nicht-invasiv wirkt und sich auf die Förderung von Heilungsprozessen konzentriert. Sie wird bei Hunden eingesetzt, um Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu verbessern und die Lebensqualität zu erhöhen. Der Fokus liegt auf dem Bewegungsapparat, also Knochen, Gelenken, Muskeln und Gewebe.
Die Behandlung kann in aktive und passive Maßnahmen unterteilt werden:
- Aktive Physiotherapie: Der Vierbeiner führt selbst Übungen durch, wie z. B. Laufbandtraining im Wasser oder Koordinationsübungen.
- Passive Physiotherapie: Die Therapeutin bzw. der Therapeut führt die Bewegungen aus oder wendet Massagen, Wärme- oder Kältetherapien an.
Zusätzlich kann Physiotherapie bei neurologischen Erkrankungen die Nervenfunktion verbessern oder durch gezielte Muskelkräftigung ein besseres Gangbild fördern. Sie steigert die Durchblutung, löst Verspannungen und hilft bei der Rehabilitation nach Verletzungen oder Operationen.
Wann ist Physio für meinen Hund sinnvoll?
Physiotherapie kann bei Hunden für verschiedene Beschwerden rund um den Bewegungsapparat des Tiers eingesetzt werden. Wenn Ihr Vierbeiner mit folgenden Erkrankungen zu kämpfen hat, kann Krankengymnastik Ihrem Hund helfen:
- Verspannungen oder Schmerzen
- Eingeschränkte Beweglichkeit
- Schonhaltung
- Neurologische Probleme, z. B. durch einen Bandscheibenvorfall
- Erkrankungen der Gelenke oder des Skeletts, z. B. Arthrose
- Muskelschwäche
- Zerrungen, Prellungen
- Gewichtsreduktion
Physiotherapie kann bei Hunden zudem vor und nach einer Operation angewendet werden, etwa zur Schmerzlinderung bis zur OP oder als Reha-Maßnahmen nach dem Eingriff. Auch vorbeugend ist die Krankengymnastik für Hunde eine bewährte Methode. Sie kann nicht nur zur Steigerung der Beweglichkeit bei alten oder sportlichen Hunden beitragen, sondern ebenfalls bei jungen Vierbeinern mit normalem Aktivitätslevel präventiv eingesetzt werden.
Unser Tipp: Wir von petolo wünschen uns ebenfalls, dass Ihr Hund lange fit bleibt. Deswegen übernehmen wir in unserer Hundekrankenversicherung mit OP-Schutz auch die Kosten für die Physiotherapie Ihres Hundes. Je nach Tarif sind bis zu 120 € im Jahr für die Krankengymnastik Ihres Hundes über das Gesundheitsbudget abgedeckt.
Welche Methoden gibt es bei der Physiotherapie für Hunde?

Die Hundephysiotherapie hat das Ziel, Muskulatur und Kondition aufzubauen, Beweglichkeit, Koordinationsfähigkeiten und den Gleichgewichtssinn zu stärken sowie Schmerzen zu lindern, Verspannungen zu lösen und die Durchblutung zu fördern. Um dieses Ziel zu erreichen, nutzen Hundephysiotherapeutinnen und Hundephysiotherapeuten zwei verschiedene Behandlungsformen – die aktive und passive Physiotherapie.
Methoden der aktiven Hundephysiotherapie
Bei der aktiven Physiotherapie werden Übungen vom Tier aktiv selbst ausgeführt. Bei Hunden wird die aktive Physio oft spielerisch, z. B. mit Stangentraining, auf einem normalen Laufband oder einem Unterwasserlaufband durchgeführt.
- Aktives Training: Durch aktive Bewegung können der Muskelaufbau, die Beweglichkeit und die Koordination des Tiers gezielt gefördert werden. Dafür werden gerne Slalom- oder Hürdenläufe angewendet. Auch ein Trampolin oder eine Wippe können in der Therapie eingesetzt werden.
- Wassertherapie: Schwimmen oder das Laufen auf einem Unterwasserlaufband ist eine bewährte Methode der Physiotherapie für Hunde. Durch das Wasser wird das Eigengewicht des Hundes gesenkt, gleichzeitig jedoch der Widerstand bei Bewegungen erhöht. Dadurch können die Vierbeiner Muskulatur im gesamten Bewegungsapparat aufbauen, während die Gelenke geschont werden. Diese Form der Physio wird bei Hunden häufig nach Operationen, bei chronischen Gelenkproblemen oder Übergewicht angewendet.
- Koordinationsübungen: Durch den wackeligen Untergrund z. B. auf einem Balancekissen, Wackelbrett oder einfach auf einem Schaumstoffuntergrund muss der Hund durch Anspannungen der Muskulatur und Konzentration Bewegungen ausgleichen, um das Gleichgewicht zu halten.
Methoden der passiven Hundephysiotherapie
Die passive Physiotherapie beschreibt die Behandlung am Hund, bei der das Tier ruhig auf dem Boden liegt. Diese hundephysiotherapeutischen Maßnahmen werden ohne aktives Zutun des Vierbeiners von der Therapeutin oder dem Therapeuten durchgeführt.
- Massage: Die Therpie durch klassische Massage findet auch bei Hunden Anwendung. Verspannungen der Muskulatur können so gelöst und die Durchblutung angeregt werden. Die Hundephysiotherapeutin bzw. der Hundephysiotherapeut massiert dabei mit verschiedenen Streich- und Grifftechniken die betroffenen Stellen des Vierbeiners.
- Passives Bewegen: Die Therapeutin bzw. der Therapeut nimmt einzelne Gliedmaßen des Vierbeiners und bewegt diese, ohne dass der Hund aktiv an der Physiotherapie mitwirkt. Dadurch lassen sich Gelenkblockaden lösen und die allgemeine Beweglichkeit der Gelenke verbessern. Auch bei Arthrose und anderen Erkrankungen des Bewegungsapparates kann diese Behandlungsform helfen.
- Dehnungsübungen: Bei den Dehnungstechniken werden die einzelnen Muskeln in den Gliedmaßen des Hundes gedehnt. Das kann bei der Schmerzlinderung und dem Lösen von Verspannungen helfen. Zudem wird auch die allgemeine Beweglichkeit verbessert. Ist Ihr Hund sportlich sehr aktiv, z. B. durch Agility, oder wird er im Beruf eingesetzt, z. B. als Polizeihund, können die Dehnungsübung auch zur Vorbereitung für den Einsatz des Vierbeiners genutzt werden. Dadurch verringert sich das Verletzungsrisiko.
- Kältetherapie: Diese Therapie kennen wir aus unserer Hausapotheke sehr gut. Wer sich etwas verstaucht oder geprellt hat, kühlt die betroffene Stelle zuerst einmal. Genauso wird das bei Hunden in der Physio-Sitzung auch gemacht. Das sorgt für eine schnelle Schmerzlinderung beim Tier.
- Wärmetherapie: Auch diese Form der Therapie wenden wir häufig zu Hause an. Wärme fördert die Durchblutung und entspannt. Daher kann die Wärmetherapie zur Vorbereitung auf andere hundephysiotherapeutische Behandlungen oder zum Lösen von Verspannungen eingesetzt werden.
- Reiztherapie: Die Reiztherapie gibt es in verschiedenen Formen – als Elektrotherapie, Magnetfeldtherapie und Lasertherapie. Durch die verschiedenen Reize werden unterschiedliche Wirkungen erzielt. Beispielsweise dringen bei der Lasertherapie die Laserstrahlen tief in das Gewebe des Hundes ein, fördern die Durchblutung und Heilungsprozesse und tragen zur Schmerzlinderung bei. Der Vierbeiner spürt die Laserstrahlen dabei nicht. Die Elektrotherapie wird dagegen eingesetzt, um die Muskulatur zu stärken, Schmerzen zu lindern und die Durchblutung zu fördern.
Wie oft sollte mein Hund zur Physiotherapie?
Wie oft Ihr Hund zur Physiotherapie gehen sollte, hängt von den Beschwerden und der Behandlungsform ab. Hat Ihr Vierbeiner akute Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen, kann der Besuch bei der Physio ein- bis zweimal die Woche sinnvoll sein. Bei präventiven physiotherapeutischen Behandlungen reicht ein- bis zweimal pro Jahr in der Regel aus. Ihre Hundephysiotherapeutin bzw. Ihr Hundephysiotherapeut macht sich beim ersten Termin ein genaues Bild vom Gesundheitszustand des Tiers und den zu behandelnden Problemen Ihres Vierbeiners und gibt Ihnen dann eine Empfehlung, wie oft Sie mit Ihrem Hund zur Physiotherapie gehen sollten.
Gibt es Risiken bei der Hundephysiotherapie?
Solange die Hundephysiotherapeutin bzw. der Hundephysiotherapeut korrekt arbeitet, ist das Risiko bei der Physiotherapie für Hunde gering. Der Behandlungsplan wird regelmäßig auf die Fortschritte und den Gesundheitszustand des Hundes angepasst. Passiert dies nicht, kann es zur Überlastung der Muskulatur und zu Entzündungen kommen. Die Vierbeiner werden in der Regel langsam an die Übungen herangeführt, sodass sie sich daran gewöhnen können.
Wie läuft die Physiotherapie beim Hund ab?

Der erste Termin bei der Tierphysiotherapie ist meist der längste. Hund und Therapeutin bzw. Therapeut müssen sich zunächst kennenlernen. Oftmals findet der erste Termin der Physiotherapie daher zusammen mit dem Hund in den eigenen vier Wänden von Frauchen und Herrchen statt, damit der Vierbeiner möglichst entspannt bleibt. Wie auch bei uns Menschen gilt es, in erster Linie herauszufinden, wo genau die Beschwerden des Hundes liegen und wo sie herkommen. Dabei werden auch schon erste Behandlungen durchgeführt, jedoch eher zum Lokalisieren der Schmerzen oder zum Erkennen der Erkrankung. Anhand dieser Erkenntnisse erstellt die Physiotherapeutin bzw. der Physiotherapeut einen Behandlungsplan für Ihren Vierbeiner.
In den darauffolgenden Physio-Sitzungen werden bei Ihrem Hund die geplanten Behandlungen durchgeführt. Je nachdem, um welche Behandlungsform es sich handelt und wie groß die Beschwerden des Lieblings sind, dauern die Termine zwischen 30 und 60 Minuten. In vielen Fällen gibt Ihnen die Physiotherapeutin bzw. der Physiotherapeut Tipps, wie Sie die Übungen der Physiotherapie mit Ihrem Hund auch zu Hause machen können. Nehmen Sie sich dafür Zeit und achten Sie auf die korrekte Ausführung, um Entzündungen oder Verletzungen bei Ihrem Tier zu vermeiden.
Was kostet die Krankengymnastik für Hunde?
Genauso wie die Häufigkeit der Physio-Sitzungen sind auch die Kosten der Physiotherapie für Hunde von der Dauer der Behandlung und der Behandlungsform abhängig.
Wenn eine Tierärztin oder ein Tierarzt mit hundephysiotherapeutischer Ausbildung die Behandlungen durchführt, wird nach der Gebührenordnung für Tierärzte abgerechnet. Bei ausgebildeten Hundephysiotherapeutinnen und Hundephysiotherapeuten gibt es keine Regelung der Kosten. Hier können Sie pro Sitzung, die zwischen 30 und 60 Minuten dauert, mit rund 30-60 € rechnen. Werden bei der Physiotherapie besondere Behandlungen mit dem Hund durchgeführt, wie z. B. das Laufen auf einem Unterwasserlaufband, kommen andere Kosten auf Frauchen und Herrchen zu.*¹٫²٫³٫⁴
Je nachdem, wie oft Ihr Hund zur Physiotherapie geht, können sich die Kosten schnell summieren. Wir von petolo möchten Sie bei der Wahl dieser Behandlungsform unterstützen und übernehmen im Rahmen des Gesundheitsbudgets unserer Hundekrankenversicherung mit OP-Schutz die Kosten für die Hundephysiotherapie. Uns ist es wichtig, dass Ihr Hund ohne Schmerzen und Einschränkungen spielen und toben kann.

*Quellenangaben:
*1 https://www.tierphysio-lies.de/preise/
*2 https://www.mikas-hundephysio.de/preise